According to handelsblatt, als im März 2003 das âBündnis für Arbeitâ endgültig scheiterte, repräsentierten die Sozialpartner noch groÃe Teile der Arbeitswelt. Der Organisationsgrad von Arbeitgebern und Gewerkschaften war damals weit höher als heute. So zählten die DGB-Gewerkschaften knapp 7,4 Millionen Mitglieder.
Heute sind es â trotz deutlich gestiegener Beschäftigtenzahl â zwei Millionen weniger. Etwa die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse ist nicht tarifgebunden, 2003 galt dies für weniger als ein Drittel der Beschäftigten. Ãhnlich wie die etablierten politischen Parteien haben die Verbände an Mitgliedern verloren â und damit an politischem Einfluss.
Daher war es nicht verwunderlich, dass die Spitzen von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden in der vergangenen Woche der Einladung ins Kanzleramt zwar nachkamen, aber in Sachfragen keine Kompromisslinien erkennen lieÃen. Offensichtlich können nur starke Verhandlungspartner Zugeständnisse machen, ohne sich sorgen zu müssen, weitere Mitglieder zu verlieren.
Der Versuch von Union und SPD, die erforderlichen groÃen Reformen in einem Partei- und Verbändegrenzen überschreitenden Konsens zu lösen, war zum Scheitern verurteilt. Politische Führung lässt sich nicht an ârunde Tischeâ delegieren.